Eine Welle von Preiserhöhungen für Display-Panels rollt herein – nicht als Prognose, sondern als etablierte Tatsache.
Wichtiger noch, ab diesem Monat sind die Preise für TV-, MNT- (Monitor) und NB- (Notebook) Panels zum ersten Mal seit 2024 im Gleichklang gestiegen.
In früheren Industriezyklen signalisierte ein Preisanstieg in einer einzelnen Kategorie oft kurzfristige Angebots-Nachfrage-Schwankungen. Synchronisierte Anstiege über alle Segmente hinweg deuten jedoch typischerweise darauf hin, dass der Industriezyklus eine Aufwärtsbewegung eingeleitet hat.
Laut TrendForce-Daten sind die Preise für TV-Panels drei Monate in Folge mit steigenden Margen gestiegen; die lange Zeit stabilen Preise für Monitor-Panels haben ebenfalls begonnen zu steigen, mit wachsenden Zuwächsen; und die Preise für Notebook-Panels, die zuvor gesunken waren, haben sich stabilisiert und erholt.
Der kollektive Preisanstieg über alle Panel-Kategorien hinweg zeigt deutlich, dass ein Aufwärtstrend zu einem Marktkonsens geworden ist.
Dieser Trend ergibt sich aus einer Konvergenz mehrerer Faktoren entlang der Lieferkette für Display-Panels:
1. Tsunami von Rohstoffpreissteigerungen überwältigt Panelhersteller
Die industrielle Kette sah sich kürzlich einer Kaskade von Gegenwinden gegenüber. Speicherchips waren am stärksten betroffen: DDR5 DRAM-Preise haben sich in einem halben Jahr verdreifacht, und die Preise für NAND-Flash sind um mehr als 200 % gestiegen. Wichtige ICs, darunter Display-Treiber-ICs (DDIC) und Power-Management-ICs, sind aufgrund von Produktionskürzungen in vorgelagerten Fabriken und Engpässen bei Fotolack um 10 % bis 30 % gestiegen, wobei die Lieferzeiten für einige Modelle von 8 Wochen auf 16 Wochen verlängert wurden.
Noch kritischer ist, dass die Störung von Öltransporten inmitten der Spannungen in der Straße von Hormuz zu Engpässen bei Kunststoffpartikeln geführt hat – lebenswichtige Materialien für Panelgehäuse und Hintergrundbeleuchtungsmodule –, wodurch deren Preise in einem einzigen Monat um etwa 40 % in die Höhe schnellten. Und diese Preiserhöhungen sind noch lange nicht vorbei.
Die meisten dieser Kostendruckfaktoren werden derzeit von den Panelherstellern absorbiert. Aber in ihrer Gesamtheit sind sie zu einer unhaltbaren Belastung geworden.
Gepaart mit instabilen Materiallieferungen, die die Lieferzuverlässigkeit bedrohen, sind Preiserhöhungen unvermeidlich geworden.
2. Produktionskapazität erreicht Decke, Wettbewerbsintensität lässt nach
Diese Preiserhöhungsrunde wird durch ungewöhnlich feste Angebotsbedingungen untermauert.
Seit 2025 ist die globale neue Kapazität für mittelgroße bis große LCD-Panels nahezu null. Neue Linien wie TM19 und T9 haben ihre Hochlaufphase abgeschlossen und sind in die stabile Massenproduktion eingetreten, was bedeutet, dass die Panelkapazität effektiv ihre Decke erreicht hat. Dies hat den Branchenwettbewerb direkt reduziert.
In früheren Jahren führten Panelhersteller oft Preiskriege, um neue Linien schnell hochzufahren oder Marktanteile durch „Preis für Volumen“-Strategien zu verteidigen.
Heute hat der TV-Markt eine Produktionsdisziplin basierend auf der tatsächlichen Nachfrage angenommen, während der Monitor-Markt von einem Überangebot zu einem knappen Gleichgewicht übergegangen ist. Panelhersteller haben endlich die Hebelwirkung, um destruktive Preiskämpfe zu vermeiden.
TrendForce prognostiziert, dass die weltweiten TV-Panel-Lieferungen im 2. Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 5 % steigen werden, während das Angebot nur um 2 % zunehmen wird. Diese wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird die Preise weiter in die Höhe treiben.
3. Starke strategische Nachfrage von nachgelagerten Herstellern
Obwohl die reale Marktnachfrage gemischte Signale aufweist – angekurbelt durch große Sportereignisse, aber belastet durch geopolitische Konflikte, häufige Kriege und makroökonomische Unsicherheit –, zeigen nachgelagerte Hersteller eine starke strategische Nachfrage.
Strategische Nachfrage bezieht sich auf Beschaffung, die von Marken getrieben wird, die ihre Geschäfts- und Marktziele verfolgen.
Während sie mit der langfristigen realen Nachfrage übereinstimmt, kann sie kurzfristig abweichen, insbesondere während Angebotsengpässen.
Eine solche strategische Nachfrage umfasst:
- TCL strebt danach, gemeinsam mit Sony um die Spitzenposition im globalen TV-Markt zu kämpfen;
- Samsung passt seine Strategien an, um seine Spitzenposition zu verteidigen;
- Hisense und Skyworth weigern sich, ihre Wettbewerbslücke zu vergrößern;
- TCL expandiert aggressiv in den Monitor-Markt.
Diese Strategien führen zu einer beschleunigten Beschaffung, um knappe Ressourcen zu sichern und strategische Ziele zu erreichen.
Basierend auf den aktuellen Trends steht die Rallye der Display-Panel-Preise erst am Anfang.
Angesichts dieses umfassenden Preisanstiegs ist die oberste Priorität, die Materialversorgung zu sichern und das Dilemma zu vermeiden, „Kapazität, aber keine Produktion“ zu haben oder „höhere Preise, aber keinen Gewinn“ zu erzielen.
Quelle: Weiken Network (VC Network)